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Forschung

Das Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie beschäftigt sich mit Interdependenzen zwischen räumlichen Entwicklungsprozessen und gesellschaftlichen Steuerungsprozessen auf der überörtlichen Ebene (transnational, national, landesweit und regional). Die Forschungsaktivitäten basieren auf der Annahme, dass die Raumplanung als angewandte Wissenschaft nicht nur auf Deskription, Explanation und Prognose räumlicher Phänomene (kognitives Erkenntnisziel), sondern auch auf die Unterstützung von raumbezogenen Planungs- und Entscheidungsprozessen (normatives Erkenntnisziel) abzielt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie zweckmäßige Strategien und Instrumente auszugestalten sind, um die Maxime einer nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung umzusetzen. Im Fokus stehen dabei insbesondere integrierte Steuerungsansätze, die die lokalen und regionalen Akteure zu einem strategischen Handeln befähigen.

Letztlich sollen die Arbeiten zu einem besseren Verständnis beitragen, wie die Produktion der räumlichen Ordnung mit dem Entscheidungshandeln gesellschaftlicher Akteure verknüpft ist. Empirische Arbeiten des Fachgebiets orientieren sich dabei vorrangig an Methoden der qualitativen Sozialforschung. Besonderer Wert wird in der Forschung jedoch auf eine raumwissenschaftlich-interdisziplinäre Perspektive und die Schnittstellen der Planungswissenschaft zu Ingenieurwissenschaften (Architektur, Städtebau, Infrastruktur- und Landschaftsplanung) und Umweltwissenschaften (Ökologie, Physische Geographie) auf der einen sowie Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften (Regionalökonomie, Politologie, Soziologie, Humangeographie, Staats-recht, Organisations- und Managementtheorie) auf der anderen Seite gelegt.

Theoretische Ansätze zur Integration von ingenieur- und sozialwissenschaftlichen Perspektiven werden vor allem in steuerungs- und handlungstheoretischen Paradigmen gesehen. Die Begriffe der ‚Steuerung’ und des ‚Handelns’ leisten eine Verknüpfung von physisch-materiellen Gegebenheiten, individuellen Wahrnehmungen und der sozialen Welt. Damit bieten sich Möglichkeiten, materielle Handlungsfolgen und konstruktivistische Deutungen der Welt im Kontext eines kohärenten Denkmodells zu verbinden. Anders als die in den 1970er Jahren entwickelten klassischen Ansätze der sozialwissenschaftlichen Steuerungstheorie, die einem stärker akteursorientierten Ansatz folgen, nehmen jüngere Ansätze der Governancetheorie eine stärker institutionalistische Perspektive ein. Sie fragen nach intermediären Regelungsstrukturen, also dem institutionellen Rahmen, der das Handeln der Akteure in Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft lenkt. Die Akteure konstituieren die Regelungsstrukturen und werden zugleich von ihnen gelenkt.

 

Im Fokus der Forschung des Fachgebiets stehen anwendungsorientierte Arbeiten zu drei thematischen Schwerpunkten:

  • Theorien, Methoden und Verfahren der räumlichen Planung
  • Strategien des Umbaus von europäischen Städten und Regionen im demographischen Wandel
  • Fragen der Steuerung und Entwicklung von polyzentralen Ballungsräumen (Metropolitan Governance)

 

Mit dieser Ausrichtung passt sich das Fachgebiet in das Forschungsprofil der Fakultät Raumplanung ein. Damit wird eine enge interdisziplinäre Kooperation mit anderen Fachgebieten an der TU Dortmund erleichtert und die Vernetzung der planungswissenschaftlichen Forschungsarbeiten mit umwelt-, ingenieur-, wirtschafts- und politikwissenschaftlichen Forschungsinhalten befördert.