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Dissertationsvorhaben: Diskurse im Planungskonflikt (2010 - 2016)

Gesamtgesellschaftliche Dynamiken haben oft direkten und indirekten Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse sowie die Organisation räumlicher Planung. Spätestens seit den 1990er Jahren finden sich vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in Form von Ausdifferenzierung und Fragmentierung der Lebensstile in der planungswissenschaftlichen Literatur vermehrt Auseinandersetzungen mit einem Paradigmenwechsel räumlicher Planung in dessen Folge sich ebenfalls eine Vielzahl neuer Akteurskonstellationen ergibt. Aus den zum Teil sehr differenzierten Beziehungsgeflechten zwischen den Akteuren erwachsen entsprechende Konfliktpotentiale, besonders eindrücklich manifestieren sich diese seit einiger Zeit an großtechnischen Vorhaben und Anlagen im Zuge der Raum- und Stadtentwicklung.

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Problemstellung und Erkenntnisinteresse

Ein wesentlicher Aspekt der angesprochenen Fachdiskussion um einen Wandel im Planungsverständnis ist die Auseinandersetzung mit möglichen Reaktionen auf die dynamischen Konfliktverhältnisse seitens der institutionalisierten Raumplanung. Kommunikative, kooperative ebenso wie diskursive Verfahren und Elemente im Planungsprozess tauchen dabei vielfach als Begrifflichkeiten auf und werden expliziert sowie kontrovers diskutiert. Allerdings wurden bisher, trotz der daraus folgenden Konzeptionen zu einem kooperativen bzw. kommunikativen Instrumentarium, die dahinter liegenden, gesellschaftlich-diskursiven Impulse auf den Konfliktverlauf oft nur am Rande diagnostiziert. Daraus ergibt sich die das Forschungsvorhaben anleitende Fragestellung nach der Wirkung gesellschaftlicher Diskurse und diskurssensitiver Verfahren der Planung im Konfliktverlauf um räumliche Planungen und Großprojekte der Stadtentwicklung.

Bestandteile der Untersuchung sind eine diskurstheoretisch orientierte Herleitung der Konfliktentstehung in Planungsprozessen, eine Diskussion diskurs- und planungstheoretischer Ansätze bzw. Konzepte diskurssensitiver Planungsverfahren im Rahmen der Konfliktbearbeitung sowie die darauf basierende Erarbeitung eines Prozessmodells für Konfliktverläufe, welches in seiner Funktion als „Brücke“ zwischen Theorie und Empirie die Analysegrundlage für die die Forschungsarbeit abschließenden empirischen Befunde darstellt. Empirisch untersucht werden der regional bedeutsame Konflikt um den Bau und den Betrieb einer Kohlenmonoxid-Pipeline von Dormagen nach Krefeld-Uerdingen durch die Bayer AG sowie die bis auf die nationale Ebene und zeitweise darüber hinaus geführte Auseinandersetzung um die Waldschlösschenbrücke in Dresden.

 

Relevanz

Das Dissertationsvorhaben leistet einen Beitrag zum planungstheoretischen Problemfeld der Behandlung bzw. –lösung von Konflikten im Zuge räumlicher Planungsvorhaben. Erst ein Einblick in die hinter den explizit sicht- und erfahrbaren Konfliktlinien liegenden gesellschaftlichen Diskursstrukturen und Mechanismen ermöglicht, so die grundlegende Annahme, ein gezieltes Reagieren und Eingreifen auf eben dieser konstituierenden, die jeweiligen Bedeutungszuweisungen der beteiligten Akteure bestimmenden Ebene.

 

Bearbeitung und Betreuung

Bearbeiter: Dipl.-Geogr. Marian Günzel

Betreuung: Prof. Dr. Thorsten Wiechmann (TU Dortmund)

                   Prof. Dr. Karsten Zimmermann (TU Dortmund)

 

 



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Kontakt

Dr. Marian Günzel
Tel.: 0231 755-8011